Die Wohngruppe S4 ist ein stationäres Angebot nach § 19 SGB VIII für (werdende) Mütter und Väter ab 16 Jahren mit einem bis zwei Kindern. Ziel der Hilfe ist es, die Bewohner*innen auf ein eigenständiges Leben im eigenen Wohnraum vorzubereiten, sie bei der Entwicklung und Festigung ihrer Rolle als Mutter oder Vater zu unterstützen und ein suchtmittelfreies Leben zu fördern. Die Betreuung erfolgt 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche.
Unsere Leistungen
- Klärung der beruflichen Perspektive (bspw. Schulabschluss, Ausbildung, Arbeit)
- Begleitung im Alltag (bspw. Unterstützung der Hauswirtschaft, Erstellen einer Alltagsstruktur, Begleitung zu Terminen, Unterstützung bei Behördenkontakten etc.), um auf ein Leben im eigenen Wohnraum vorzubereiten
- Unterstützung bei der Rollenfindung als Elternteil (bspw. Entwicklung von Erziehungskompetenzen, Stärkung der Eltern-Kind-Bindung)
- Regelmäßige Alkomat- und Urinkontrollen zur Sicherung der Abstinenz
- Anbindung an verschiedene Netzwerkpartner wie Ärzte, Kitas, Beratungsstellen etc.
- Anregung und Weiterleitung zu evtl. notwendigen vertiefenden Therapien
- Wöchentliche interne Veranstaltungen bspw. Elterncoaching, Kinderrunde, Hausversammlung
- Sozialpädagogische Diagnostik mittels firmeneigenen Instruments (SOKO-Bogen), systematisierte Beobachtung der Kinder durch standardisierte Beobachtungsinstrumente, bspw. Beobachtungsschnecke
Besonderheiten
- Suchtspezifische Ausrichtung: Vermittlung und Erarbeitung alltagsnaher Skills im Umgang mit der eigenen Suchterkrankung sowie Schaffung eines geschützten, cleanen Rahmens
- Abstinenzkontrollen: Regelmäßige Alkohol- und Urinkontrollen zur Unterstützung und Überprüfung der Abstinenz
- Empowerment: Arbeit nach dem Empowermentprinzip – sowohl in der Begleitung der Klient*innen als auch in der Zusammenarbeit mit den Mitarbeitenden
- Vernetzung und Kooperation: Enge Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern wie MAMADAM und der Suchtberatungsstelle der Stadt Dresden
- Gemeinschaftliches Erleben: Einmal jährlich findet ein gemeinsamer Klient*innenurlaub im Gimmlitztal statt
Aufbau und Dauer der Hilfe
Die Unterstützung dauert in der Regel ein bis zu zwei Jahre und orientiert sich am individuellen Unterstützungsbedarf.
Dreiphasiger Hilfeverlauf:
- Diagnostik- und Ankommensphase: Ankommen im Angebot, Klärung der persönlichen und sozialen Situation, Unterstützung bei Behördengängen (z. B. Ummeldung, Beantragung des Dresden-Passes) sowie Anbindung an Ärzt*innen und die Suchtberatungsstelle
- Entwicklungsphase: Gemeinsame Arbeit an den im Hilfeplan vereinbarten Zielen und kontinuierliche Reflexion und Weiterentwicklung mithilfe der SOKO-Bögen (sozialpädagogische Diagnostik)
- Stabilisierungs- und Verselbstständigungsphase: Vorbereitung des Übergangs in ein selbstständigeres Leben, schrittweise Planung und Umsetzung der Verselbstständigung sowie Vorbereitung und Begleitung des Auszugs
Der Weg zu uns
Fallanfrage: In der Regel fragt das Jugendamt bei uns nach einem geeigneten Platz. Eine Anfrage kann auch durch dieden Klientin selbst, Kliniken oder andere Fachstellen angestoßen werden. Für eine Aufnahme benötigen wir in jedem Fall eine offizielle Fallanfrage des Jugendamts.
Prüfung der Anfrage: Wenn wir uns anhand der vorliegenden Informationen eine Aufnahme vorstellen können, bitten wir das Jugendamt, unsere Kontaktdaten an dieden Klientin weiterzugeben. Anschließend kann ein persönliches Vorstellungsgespräch vereinbart werden.
Vorstellungsgespräch: Im Gespräch lernen wir uns gegenseitig kennen und klären, ob unser Angebot zu den individuellen Bedarfen und Vorstellungen passt. Verläuft das Gespräch positiv, geben wir sowohl dem Jugendamt als auch derdem Klientin eine entsprechende Rückmeldung.
Aufnahme und Hilfeplanung: Entscheiden sich alle Beteiligten für eine Aufnahme, wird die Hilfe gemeinsam eingesteuert und der erste Hilfeplan erstellt. Die Aufnahme erfolgt somit in Abstimmung zwischen Jugendamt, Klient*in und unserem Angebot.
Hilfreiche Unterlagen zur Einschätzung des Unterstützungsbedarfs
Folgende Unterlagen können uns dabei helfen, die persönliche Situation und den individuellen Unterstützungsbedarf besser einzuschätzen:
- Arzt-, Therapie- und Klinikberichte
- Vorliegende körperliche und psychische Diagnosen
- Offene Rechnungen und Mahnungen sowie ggf. Unterlagen der Schuldnerberatung
- Berichte aus vorherigen Hilfen